START / BLOG / EU AI Act Transparenzpflichten: Was CH-K…

DATUM: 04.08.2026

EU AI Act Transparenzpflichten: Was CH-KMU ab sofort gilt

KI-Labels der EU sind aktiv: Chatbots und KI-Bilder brauchen Kennzeichnung. Was Schweizer KMU mit EU-Kunden jetzt konkret auf Website und Werbung umsetzen.

#eu-ai-act#transparenzpflichten#kmu#schweiz

BILDKURZFASSUNG

1/4
EU AI Act Transparenzpflichten: Was CH-KMU ab sofort gilt – Bild 1
EU AI Act Transparenzpflichten: Was CH-KMU ab sofort gilt – Bild 2
EU AI Act Transparenzpflichten: Was CH-KMU ab sofort gilt – Bild 3
EU AI Act Transparenzpflichten: Was CH-KMU ab sofort gilt – Bild 4

Gelten die neuen EU-KI-Labels auch für Ihren Betrieb?

Die Transparenz- und Kennzeichnungspflichten des EU AI Act sind in Kraft. Schweizer KMU mit EU-Kunden oder KI-Inhalten brauchen ab sofort sichtbare Labels für Chatbots und KI-generierte Bilder, sonst drohen Bussen und Vertriebsärger.

Das Wichtigste in Kürze:

  • EU-Transparenzregeln für KI-Inhalte gelten ab sofort
  • Kommission liefert fertige Label-Icons zum Einbau
  • Chatbots, Deepfakes und KI-Werbung müssen erkennbar sein

Laut The Verge sind die europäischen Regeln zu AI-Labeling und Transparenz jetzt verbindlich. Tech-Unternehmen riskieren Bussen, wenn sie die neuen Transparenzanforderungen verfehlen. Die EU-Kommission stellt eigene Label-Icons bereit, damit Firmen nicht jedes Symbol selbst erfinden müssen.

Für Sie heisst das konkret: Wer in den EU-Markt verkauft oder dort Werbung ausspielt, steckt plötzlich im gleichen Regal wie die Grossen. Und im Regal braucht jedes Produkt ein Etikett.

Was genau muss sichtbar gekennzeichnet werden?

Die Pflicht zielt auf Erkennbarkeit. Nutzerinnen und Nutzer sollen sofort sehen, wann sie mit einem System sprechen oder wann ein Bild, Video oder Text von einer KI stammt. Deepfakes und synthetische Medien stehen im Fokus, genauso wie dialogfähige Systeme auf Websites.

Das Regaletikett-Prinzip ist simpel: Was künstlich erzeugt oder gesteuert wird, trägt ein Schild. Kein Kleingedrucktes im Footer, das niemand findet. Sichtbar, verständlich, zum Zeitpunkt der Nutzung.

Drei typische Stellen in einem KMU-Alltag:

  • Website-Chat, der Anfragen beantwortet oder terminiert
  • Produktfotos und Kampagnenmotive aus Bildgeneratoren
  • Social-Posts, Video-Snippets oder Stimmen, die synthetisch erzeugt wurden

Fehlt das Etikett, wirkt der Auftritt in der EU angreifbar. Nicht weil Ihr Betrieb böse Absichten hat, sondern weil die Regel auf Klarheit pocht und Kontrolle nachzieht.

Was bedeutet das für Ihr KMU?

Betroffen sind Sie vor allem dann, wenn Bestellungen, Leads oder Werbekontakte aus der EU kommen. Ein Zürcher Webshop mit Lieferungen nach Deutschland, ein Thurgauer Maschinenbauer mit österreichischen Kunden, eine Berner Agentur mit Kampagnen für den EU-Raum: Das Regal steht nicht nur in Brüssel, es steht auch in Ihrem Checkout.

Praktischer Use-Case: Sie betreiben einen Fachshop und bedienen DE/AT-Kundschaft. Auf der Website arbeitet ein Beratungs-Chat. Ein Teil der Produktbilder und der Anzeigenmotive entsteht mit KI. Ab sofort kennzeichnen Sie den Chat klar als KI-gestützt und setzen auf Bildern sowie in der Werbung die vorgesehenen Labels (oder gleichwertige, gut lesbare Hinweise). So bleibt der Vertrieb lauffähig, und Abmahnrisiken sinken, bevor der erste Brief ins Haus flattert.

Das heisst konkret: Ein Kunde in München öffnet Ihren Chat und sieht sofort, dass er nicht mit einer Person aus dem Innendienst schreibt. Ein Scroll durch den Instagram-Feed zeigt am Motiv, dass das Bild generiert wurde. Kein Detektivspiel, kein böses Erwachen später.

Was Sie intern klären:

  1. Wo setzen wir KI-Inhalte oder dialogfähige Systeme ein?
  2. Welche Outputs gehen an EU-Augen (Shop, Ads, Social, PDF-Offerten mit Bildern)?
  3. Wer pflegt die Labels, wenn neue Motive oder ein neuer Bot live gehen?

Keine Panikstarre nötig. Wohl aber eine kurze Inventur. Wer das Etikett erst klebt, wenn die Busse im Postfach liegt, bezahlt Lehrgeld ohne Rabatt.

Wie setzen Sie die Kennzeichnung ohne Theater um?

Starten Sie mit einem Bestand. Liste aller Chatbots, Assistenten, Bildgenerator-Pipelines und automatisierten Content-Strecken. Markieren Sie, was EU-Nutzerinnen sehen oder hören.

Danach die Etiketten: Nutzen Sie die offiziellen Icons der Kommission oder eine gleichwertige, klare Formulierung direkt am Inhalt. Beim Chat genügt oft ein Satz oberhalb des Eingabefelds plus Hinweis in der ersten Bot-Antwort. Bei Bildern und Videos gehört das Label in die Datei oder fest in die Vorlage, nicht als nachträglicher Sticker, der beim Zuschneiden verschwindet.

Prozesse schlagen Einzelaktionen. Wenn Marketing jede Woche neue Motive produziert, gehört das Label in die Vorlage und in die Freigabe. Wenn der Bot Texte aus Ihrer Wissensbasis zieht, gehört der Transparenzhinweis zur Grundkonfiguration, nicht zur optionalen Deko.

Wer ohnehin an Prozessautomatisierung arbeitet, hängt die Kennzeichnung als festen Schritt in die Kette. Gleicher Gedanke wie ein Pflichtfeld in der Offerte: Wer es vergisst, kommt nicht weiter. Trocken, aber wirksam. Und ja, das ist weniger glamourös als „KI revolutioniert alles“. Dafür bleibt der Shop erreichbar.

Ein Seitenblick auf bestehende Bot-Setups lohnt sich. Referenzen wie die LEVA-Chatbot-Infrastruktur zeigen, wie dialogfähige Systeme im KMU-Kontext sauber eingebettet werden. Transparenzhinweise sind dort kein Nachtrag, sondern Teil der Nutzungsführung.

Welche Fehler kosten unnötig Nerven?

Drei Klassiker tauchen immer wieder auf. Erstens: Hinweis nur im Impressum. Das liest niemand im Moment der Nutzung. Zweitens: Labels nur auf der Desktop-Seite, mobil fehlen sie. Drittens: Agentur oder Tool liefert KI-Motive, niemand im Betrieb weiss es, also klebt auch niemand ein Etikett.

Der letzte Punkt ist der heimtückischste. Wenn externe Partner generieren, brauchen Sie eine Abfrage in der Briefing-Checkliste: „Enthält KI-Anteile? Ja/Nein, und wo ist das Label?“ Sonst stehen Sie mit dem Regaletikett in der Hand da und das Produkt ist schon verkauft.

Humor hilft wenig gegen Bussen, aber er hilft gegen Verdrängung: Ein Bot ohne Kennzeichnung ist wie ein Wein ohne Jahrgangsetikett. Irgendwer fragt nach. Meist zur Unzeit.

Was tun Sie in den nächsten zehn Tagen?

Blocken Sie eine Stunde mit Marketing, Verkauf und wer den Webauftritt betreut. Ziel ist keine Dissertation, sondern eine Liste mit Besitzern und Fristen.

  • Chat und alle automatisierten Antwortkanäle erfassen
  • Bild-, Video- und Ad-Vorlagen auf KI-Anteile prüfen
  • Label-Text und Icon-Platzierung festlegen, Vorlage aktualisieren
  • EU-Traffic und EU-Kampagnen priorisieren
  • Verantwortliche Person für Nachpflege bestimmen

Das Regaletikett-Prinzip greift erst, wenn es Routine wird. Ein einmaliger Sprint ohne Pflege ist Dekoration.

graylife automatisiert Geschäftsprozesse für Schweizer KMU individuell massgeschneidert. Aus dem Thema hier liegt ein greifbarer nächster Schritt nah: eine Content- und Bot-Strecke, die Kennzeichnung mitdenkt, statt sie hinten anzukleben. Zum Beispiel ein Setup, in dem KI-gestützte Produkttexte, Social-Motive und der Website-Chat aus denselben Regeln laufen und das Transparenz-Etikett fest in Vorlage und Dialogführung sitzt. Soll graylife Ihnen genau diese Strecke einrichten?

Etiketten sind langweilig, bis sie fehlen.

Wer den Fahrplan mit externem Blick schärfen will, vereinbart ein unverbindliches Strategiegespräch.

NÄCHSTER SCHRITT

Genug gelesen. Zeit für die Umsetzung.

In einem kostenlosen Strategiegespräch klären wir, welcher Hebel in Ihrem Unternehmen am meisten bewegt.

Strategiegespräch anfragen